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Thursday, 17. September 2026
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International

EU-Kommission reformiert öffentliche Vergabe: Sozial statt billig

Die EU-Kommission reformiert das öffentliche Vergaberecht und will das reine Billigstpreisprinzip bei Aufträgen im Wert von 2,6 Billionen Euro jährlich ablösen. Künftig sollen soziale, ökologische und europäische Kriterien stärker in Vergabeentscheidungen einfließen. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet dies, dass öffentliche Auftraggeber wie Kommunen und Landesbehörden bei Beschaffungen verstärkt regionale Wertschöpfung, faire Arbeitsbedingungen und Klimaschutz berücksichtigen können. Die Reform bietet die Chance, die erhebliche Marktmacht der öffentlichen Hand gezielt für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung einzusetzen.

Öffentliche Beschaffung ist eines der mächtigsten Steuerungsinstrumente des Staates – und bislang wird es zu wenig für Gemeinwohlziele genutzt. Eine Reform, die soziale und ökologische Standards in den Vordergrund rückt, stärkt faire Arbeitsbedingungen, regionale Wertschöpfung und die Klimawende zugleich. Das ist ein struktureller Hebel, der Millionen Bürgerinnen und Bürger spürbar betreffen kann.

Für Mecklenburg-Vorpommern eröffnet eine solche Reform konkrete Chancen: Kommunen und Landkreise könnten bei Bauaufträgen, IT-Beschaffung oder sozialen Dienstleistungen künftig bevorzugt regionale und nachhaltige Anbieter berücksichtigen. Das stärkt die lokale Wirtschaft und kann die Energiewende in der Fläche beschleunigen. Entscheidend wird sein, wie schnell die Reform in nationales und kommunales Vergaberecht überführt wird.