EU-Kommissionspräsidentin überspringt Serbien und Bosnien
Der Vorfall verdeutlicht, wie ungelöste Fragen der Vergangenheitsbewältigung die EU-Integration des Westbalkans belasten. Eine glaubwürdige europäische Erweiterungspolitik setzt voraus, dass Mitgliedskandidaten klare Signale zur Anerkennung von Kriegsverbrechen senden. Das Ausbleiben des Besuchs zeigt, dass demokratische Standards und Rechtsstaatlichkeit auch außenpolitisch Konsequenzen haben.
Für die EU-Erweiterungspolitik ist dieser Vorgang ein deutliches Signal: Die Normalisierung von Kriegsverbrechern wie Mladić durch staatliche Würdigungen ist mit dem Weg in die EU unvereinbar. Langfristig stärkt eine konsequente Haltung der EU die Zivilgesellschaft in der Region, die sich für Aufarbeitung und Demokratie einsetzt. Es bleibt jedoch offen, ob die EU diese Linie dauerhaft hält oder sich in weitere diplomatische Ausweichmanöver flüchtet.