EU-Parlament verabschiedet umstrittene Rückführungsverordnung
Die Verabschiedung der Rückführungsverordnung unter Beteiligung von Stimmen aus dem rechtsextremen Spektrum wirft grundlegende Fragen darüber auf, wie weit demokratische Mehrheiten Grundrechte einschränken dürfen. Für eine offene Gesellschaft ist entscheidend, dass migrationspolitische Entscheidungen auf Basis von Menschenrechtsnormen und rechtsstaatlichen Prinzipien getroffen werden – und nicht unter dem Druck populistischer Parolen. Die zivilgesellschaftliche Begleitung und kritische Analyse solcher Gesetzgebung ist daher unverzichtbar.
In der europäischen Migrationspolitik zeichnet sich eine strukturelle Rechtsverschiebung ab: Wenn Mitte-Parteien mit rechtsextremen Fraktionen stimmen, verändert das die demokratischen Kräfteverhältnisse im Parlament nachhaltig. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern, wo Migrationsfragen kommunalpolitisch unmittelbar spürbar sind, bedeutet dies künftig schärfere Abschieberegelungen auf europäischer Ebene. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Kommunen müssen sich auf veränderte rechtliche Rahmenbedingungen einstellen und gleichzeitig humanitäre Standards einfordern.