EU prüft: Neue Mitglieder zunächst ohne Vetorecht
Eine handlungsfähige und demokratisch legitimierte EU ist Grundvoraussetzung für Stabilität, Frieden und Wohlstand in Europa. Das Abwägen zwischen vollem Stimmrecht und schnellerer Integration berührt Kernfragen des Rechtsstaats und der demokratischen Gleichheit unter Mitgliedstaaten. Wie diese Spannung gelöst wird, prägt das Bild von Europa als wertegebundener Gemeinschaft für Jahrzehnte.
Für Mecklenburg-Vorpommern als Ostseeanrainer ist die EU-Erweiterung um Balkanstaaten und Moldau keine abstrakte Frage: Stabile Nachbarn bedeuten mehr Sicherheit, neue Handelswege und weniger Migrationsdruck. Das vorgeschlagene Modell gestufter Mitgliedschaftsrechte könnte ein pragmatischer Kompromiss sein, der Blockaden löst – allerdings muss es demokratisch ausgewogen gestaltet werden, damit neue Mitglieder nicht dauerhaft als Mitglieder zweiter Klasse gelten.