EuGH stärkt EU-Grundwerte: Wer hat dieses Urteil erkämpft?
Wenn der EuGH Grundwerte wie Demokratie und Menschenwürde einklagbar macht, bekommen Menschen in illiberal regierten EU-Ländern ein konkretes Werkzeug in die Hand – das ist kein abstraktes Rechtsproblem, sondern eine Frage von Schutz und Würde. Für eine offene Gesellschaft bedeutet dieses Urteil: Europäisches Recht kann tatsächlich als Schutzschild gegen autoritäre Rückschritte wirken, wenn Zivilgesellschaft und Institutionen gemeinsam handeln. Wer glaubt, dass EU-Recht nur Bürokratie ist, verkennt, wie viel politischer Kampf in solchen Entscheidungen steckt.
Das Urteil zeigt, dass demokratische Werte in der EU keine Selbstverständlichkeit sind, sondern aktiv verteidigt werden müssen – von Bürgerrechtsbewegungen genauso wie von Gerichten. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo antidemokratische Kräfte seit Jahren stark sind, ist relevant: Europäisches Recht kann lokalen Demokratieakteuren Rückhalt geben, wenn nationale Politik versagt. Die Frage, wer an der Interpretation von Grundwerten beteiligt ist – und wer ausgeschlossen bleibt –, ist eine Machtfrage, die auch ostdeutsche Erfahrungen betrifft.