Europas Energieabhängigkeit: Lieferanten gewechselt, Risiko geblieben
Hohe Energiepreise treffen einkommensschwache Haushalte überproportional hart und gefährden den sozialen Zusammenhalt – Energiearmut ist kein abstraktes Konzept, sondern Realität für Millionen Europäerinnen und Europäer. Wer strukturelle Abhängigkeit von fossilen Importen nicht beendet, verzichtet auf wirtschaftliche Souveränität und hält soziale Ungleichheit aufrecht. Eine konsequente Energiewende schützt nicht nur das Klima, sondern ist auch ein demokratiepolitisches Projekt: Sie verteilt Energieproduktion breiter und macht Bürgerinnen und Bürger zu aktiven Akteuren statt passiven Verbraucherinnen.
Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinen erheblichen Wind- und Solarpotenzialen ist die europäische Energiedebatte kein fernes Brüsseler Thema, sondern eine direkte Chance. Die Region kann ein Modell dafür sein, wie strukturelle Abhängigkeit durch dezentrale erneuerbare Erzeugung überwunden wird – Bürgerenergiegenossenschaften und kommunale Projekte machen das heute schon vor. Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell der politische Wille auf Landes- und Bundesebene den nötigen Rahmen schafft, damit dieser Weg für alle erschwinglich bleibt.