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Monday, 22. June 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Europas Wasserstoffstrategie: Wer zahlt den Preis?

Die europäische Wasserstoffstrategie setzt stark auf Importe aus dem globalen Süden, wobei Land, Wasser und erneuerbare Energien vor Ort für den Export genutzt werden, während lokale Bevölkerungen kaum profitieren. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das eine klare strategische Chance: Als windreiche Region mit wachsender Offshore-Kapazität kann MV auf heimische Wasserstoffproduktion setzen, statt auf fragwürdige Importketten zu setzen. Bürgerenergiegenossenschaften könnten hier eine Schlüsselrolle übernehmen, indem sie Elektrolyseure direkt an lokale Windparks koppeln und so Wertschöpfung in der Region halten. Eine gerechte Wasserstoffwirtschaft beginnt mit der Frage, wer wirklich von den Investitionen profitiert – und das sollte im Idealfall die lokale Gemeinschaft sein.

Die Debatte um grünen Wasserstoff zeigt, dass Energiewende und globale Gerechtigkeit untrennbar zusammengehören – eine Klimapolitik, die Ungleichheit exportiert, untergräbt den gesellschaftlichen Rückhalt für die Transformation insgesamt. Für eine offene Gesellschaft ist es wesentlich, Lieferketten und Partnerschaften auf Augenhöhe zu gestalten, statt Abhängigkeiten zu reproduzieren, die an koloniale Muster erinnern.

Für Mecklenburg-Vorpommern als aufstrebenden Offshore-Wind-Standort ist die Frage relevant, ob Wasserstoff besser regional produziert als global importiert werden sollte. Bürgerenergiegenossenschaften und kommunale Energieprojekte in MV könnten von einer Strategie profitieren, die auf heimische Produktion setzt – das schafft lokale Wertschöpfung und vermeidet die ethisch problematischen Importketten. Die Diskussion über europäische Wasserstoffimporte muss also auch eine Diskussion über den Ausbau erneuerbarer Energien im eigenen Land sein.