Europas Wasserstoffstrategie: Wer zahlt den Preis?
Die Debatte um grünen Wasserstoff zeigt, dass Energiewende und globale Gerechtigkeit untrennbar zusammengehören – eine Klimapolitik, die Ungleichheit exportiert, untergräbt den gesellschaftlichen Rückhalt für die Transformation insgesamt. Für eine offene Gesellschaft ist es wesentlich, Lieferketten und Partnerschaften auf Augenhöhe zu gestalten, statt Abhängigkeiten zu reproduzieren, die an koloniale Muster erinnern.
Für Mecklenburg-Vorpommern als aufstrebenden Offshore-Wind-Standort ist die Frage relevant, ob Wasserstoff besser regional produziert als global importiert werden sollte. Bürgerenergiegenossenschaften und kommunale Energieprojekte in MV könnten von einer Strategie profitieren, die auf heimische Produktion setzt – das schafft lokale Wertschöpfung und vermeidet die ethisch problematischen Importketten. Die Diskussion über europäische Wasserstoffimporte muss also auch eine Diskussion über den Ausbau erneuerbarer Energien im eigenen Land sein.