Exil schützt Journalist:innen nicht vor staatlicher Verfolgung
Pressefreiheit ist keine abstrakte Norm, sondern die Grundlage informierter demokratischer Gesellschaften. Wenn Staaten gezielt Journalist:innen über Grenzen hinweg verfolgen, greifen sie nicht nur Einzelpersonen an, sondern das globale Recht auf freie Information. Für eine Gesellschaft, die auf Wahrheit und Transparenz angewiesen ist, ist der Schutz von Journalist:innen im Exil eine direkte Demokratieaufgabe.
Deutschland – und mit ihm Organisationen der deutschen Zivilgesellschaft – ist ein wichtiges Aufnahmeland für Journalist:innen im Exil. Die Erkenntnisse des CPJ zeigen, dass Aufnahme allein nicht reicht: Es braucht aktive Schutzkonzepte, sichere digitale Infrastruktur und politischen Druck auf Regierungen, die Interpol oder andere internationale Mechanismen missbrauchen. Für Medienhäuser und Demokratieinitiativen in MV ergibt sich die konkrete Frage, wie sie Journalist:innen im Exil sichtbar machen und unterstützen können.