Direkt zum Inhalt
minutentakt.
Tuesday, 23. June 2026
Ticker
Wissenschaft & Gesundheit

Exposom-Forschung: EU kämpft gegen Epidemie nicht-übertragbarer Krankheiten

Die EU arbeitet daran, das Konzept des Exposoms – also die Gesamtheit aller Umwelteinflüsse auf den menschlichen Körper – in die Gesetzgebung zu integrieren. Forschende und Abgeordnete warnen, dass der aktuelle Bürokratieabbau diese Fortschritte gefährden könnte. Nicht-übertragbare Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen häufig durch das Zusammenwirken vieler Umweltfaktoren gleichzeitig. Ein wissenschaftlich fundierter Rechtsrahmen könnte helfen, Prävention wirkungsvoller zu gestalten.

Die Exposom-Forschung bietet die Chance, Krankheitsursachen ganzheitlicher zu verstehen und politische Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge evidenzbasierter zu gestalten. Für eine offene Gesellschaft ist es zentral, dass gesundheitspolitische Entscheidungen auf belastbarer Wissenschaft beruhen – und nicht Deregulierungsinteressen zum Nachteil der Bevölkerung weichen.

Für die Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern, wo ländliche Regionen ohnehin mit strukturellen Nachteilen kämpfen, könnte eine stärkere Präventionspolitik auf Basis von Exposom-Daten besonders wertvoll sein. Der EU-Gesetzgebungsprozess wird darüber entscheiden, welche Chemikalien-Cocktails und Umweltbelastungen künftig reguliert werden – mit direkten Folgen für Bürgerinnen und Bürger in der Fläche.