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Monday, 22. June 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Fast 100 von Trump begnadigte Kapitol-Stürmer erneut straffällig

Nach der Massenamnestie für rund 1500 Kapitol-Stürmer sind fast 100 der Begnadigten erneut straffällig geworden – darunter wegen Mordes, Körperverletzung und Kindesmissbrauch. Die Fälle belegen, dass politisch motivierte Begnadigungen reale Folgen für die öffentliche Sicherheit haben. Opferschutzorganisationen und Rechtsexperten fordern eine systematische Überprüfung der Begnadigungspraxis, um künftig Betroffene besser zu schützen. Das Beispiel zeigt, wie wichtig unabhängige Kontrolle über Begnadigungsentscheidungen für den Rechtsstaat ist.

Begnadigungen sind ein machtvolles Instrument des Rechtsstaats – und dieses Beispiel zeigt, was passiert, wenn es gezielt eingesetzt wird, um politische Loyalisten zu schützen statt Gerechtigkeit zu fördern. Menschen ohne Lobby – Opfer von Gewalt, Missbrauch, politischer Einschüchterung – zahlen den Preis, wenn Straffreiheit zur politischen Währung wird. Das schwächt nicht nur den Rechtsstaat in den USA, sondern sendet ein Signal in alle demokratischen Gesellschaften: Wer Macht hat, kann sich und seine Anhänger aus der Verantwortung kaufen.

Für eine Demokratie ist die Frage zentral, ob das Recht für alle gleich gilt – oder ob politische Zugehörigkeit vor Strafe schützt. Die dokumentierten Rückfälle machen diese Frage konkret und unausweichlich. Europa und Deutschland müssen aus diesem Fall Lehren ziehen: Wie stabil sind eigene Schutzmechanismen gegen den Missbrauch von Begnadigungsrechten? Die Debatte ist auch ein Prüfstein dafür, wie ernsthaft Demokratien Opfer von politisch motivierter Gewalt schützen.