Fetisch Intelligenz: Warum der IQ-Begriff überdacht werden muss
Die kritische Auseinandersetzung mit dem Intelligenzbegriff hat direkten gesellschaftlichen Mehrwert, weil IQ-Tests in Bildung, Personalauswahl und Sozialpolitik weitreichende Entscheidungen beeinflussen. Eine breitere Definition von Intelligenz könnte Chancengleichheit fördern und soziale Ausgrenzungsmechanismen sichtbar machen. Für eine offene Gesellschaft ist es essenziell, scheinbar objektive Messverfahren regelmäßig auf ihre kulturellen Vorannahmen hin zu befragen.
Im Wissenschaftsdiskurs ist der Streit um Intelligenzmessung keineswegs neu, gewinnt aber angesichts algorithmischer Selektionsverfahren und KI-gestützter Eignungsdiagnostik neue Dringlichkeit. Schmalz' Streitschrift liefert einen zugänglichen Einstieg in eine Debatte, die Psychologie, Soziologie und Bildungspolitik gleichermaßen betrifft. Für Bildungseinrichtungen und Personalverantwortliche in Mecklenburg-Vorpommern könnte eine erweiterte Sicht auf Potenziale besonders im Umgang mit strukturschwachen Regionen und heterogenen Schülergruppen praktische Konsequenzen haben.