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Thursday, 6. August 2026
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Fischotter-Tunnel auf Usedom: Artenschutz für Millionen

Auf der B111 auf Usedom wird für mehrere Millionen Euro ein Tunnel für Fischotter gebaut, weil die Bundesstraße einen gesetzlich geschützten Wanderkorridor unterbricht. Solche Artenschutzmaßnahmen sind bei Straßenbau vorgeschrieben und nicht verhandelbar, auch wenn das vor Ort Fragen zur Verhältnismäßigkeit aufwirft. Die Diskussion zeigt, wie groß die Frustration in ländlichen Regionen ist, wenn teure Infrastrukturprojekte sichtbar werden, während gleichzeitig Schulen, Buslinien oder Pflegeeinrichtungen auf Mittel warten. Dennoch gilt: Artenvielfalt und menschliche Infrastruktur sind kein Widerspruch, wenn Planung frühzeitig transparent macht, warum beides notwendig ist.

Fischotter sind in Deutschland streng geschützt und auf Gewässerkorridore angewiesen – Straßen zerschneiden diese Wege und führen regelmäßig zu Tiertod. Solche Bauwerke sind keine Kür, sondern gesetzliche Pflicht und Teil einer langfristigen Biodiversitätsstrategie, die auch dem Ökosystem Ostseeküste zugutekommt. Die Kosten sind real, aber der Schaden durch weiteres Artensterben lässt sich nicht rückgängig machen.

Usedom ist als Insel mit vielen Fließgewässern und Boddenlandschaften ein wichtiger Lebensraum für den Fischotter. Querungsbauwerke wie dieser Tunnel sind bundesweit Teil von Straßenbauprogrammen und werden durch den Bund finanziert – die eigentliche Frage ist, ob die begleitende Kommunikation vor Ort funktioniert und ob lokale Kritik ernst genommen wird. Solche Projekte brauchen mehr Transparenz und frühzeitige Beteiligung, damit Akzeptanz entsteht statt Verärgerung.