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Thursday, 6. August 2026
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International

Frankreich verbietet Social Media für Kinder unter 15 Jahren

Frankreich hat als erstes EU-Land ein gesetzliches Verbot der Social-Media-Nutzung für Kinder unter 15 Jahren verabschiedet, das ab 1. September gilt. Plattformen müssen bis Januar 2027 wirksame Altersverifikationssysteme einrichten, bestehende Accounts Minderjähriger werden nach einer viermonatigen Übergangsfrist gesperrt. Das Gesetz reiht sich in einen internationalen Trend ein: Australien, Großbritannien und weitere europäische Staaten haben ähnliche Regelungen eingeführt oder planen diese. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern könnte das französische Modell als Blaupause für einen besseren Schutz junger Menschen im digitalen Raum dienen.

Der Schutz junger Menschen vor manipulativen Algorithmen und kommerzieller Ausbeutung ihrer Aufmerksamkeit ist eine zentrale Aufgabe demokratischer Gesellschaften. Frankreichs Vorgehen zeigt, dass Staaten gegenüber mächtigen Plattformkonzernen handlungsfähig bleiben können, wenn politischer Wille und gesellschaftlicher Konsens zusammenkommen. Die Debatte berührt Grundfragen: Wie schützen offene Gesellschaften ihre jüngsten Mitglieder, ohne Informationsfreiheit und digitale Teilhabe grundsätzlich einzuschränken?

Frankreichs Gesetz setzt einen neuen europäischen Standard für den digitalen Kinder- und Jugendschutz und dürfte den Druck auf Deutschland erhöhen, eigene verbindliche Regelungen zu schaffen. Die technische Herausforderung der Altersverifikation bleibt dabei ungelöst und wird zur Bewährungsprobe für die gesamte EU. Gleichzeitig eröffnet der europäische Gleichklang die Chance, gemeinsame Mindeststandards im Rahmen des Digital Services Act durchzusetzen.