Frankreich verbietet Social Media für Kinder unter 15 Jahren
Der Schutz junger Menschen vor manipulativen Algorithmen und kommerzieller Ausbeutung ihrer Aufmerksamkeit ist eine zentrale Aufgabe demokratischer Gesellschaften. Frankreichs Vorgehen zeigt, dass Staaten gegenüber mächtigen Plattformkonzernen handlungsfähig bleiben können, wenn politischer Wille und gesellschaftlicher Konsens zusammenkommen. Die Debatte berührt Grundfragen: Wie schützen offene Gesellschaften ihre jüngsten Mitglieder, ohne Informationsfreiheit und digitale Teilhabe grundsätzlich einzuschränken?
Frankreichs Gesetz setzt einen neuen europäischen Standard für den digitalen Kinder- und Jugendschutz und dürfte den Druck auf Deutschland erhöhen, eigene verbindliche Regelungen zu schaffen. Die technische Herausforderung der Altersverifikation bleibt dabei ungelöst und wird zur Bewährungsprobe für die gesamte EU. Gleichzeitig eröffnet der europäische Gleichklang die Chance, gemeinsame Mindeststandards im Rahmen des Digital Services Act durchzusetzen.