Frankreichs Social-Media-Verbot für Jugendliche: Schutz oder Symbolpolitik?
Die Frage, wie Kinder und Jugendliche vor Schäden durch kommerzielle Plattformen geschützt werden, ist eine Kernfrage des gesellschaftlichen Zusammenhalts – und der Verteilungsgerechtigkeit. Wer ohne stabile Netzwerke, teure Geräte oder medienkompetente Eltern aufwächst, trägt die Risiken sozialer Medien stärker. Echte Schutzpolitik muss deshalb mehr leisten als Verbote: Sie muss Plattformkonzerne in die Pflicht nehmen und Medienbildung als öffentliche Aufgabe verankern.
Frankreichs Vorstoß ist ein wichtiges Signal, dass staatliche Regulierung von Plattformmacht überhaupt denkbar ist – das war lange kein politischer Konsens in Europa. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern stellt sich die Frage, welche Konsequenzen gezogen werden: Schulen, Jugendzentren und Elterninitiativen in der Region brauchen konkrete Werkzeuge für digitale Bildung, keine abstrakten Verbote. Ein lösungsorientierter Ansatz würde Plattformhaftung, Transparenzpflichten und gezielte Förderung von Medienkompetenz kombinieren.