Fraunhofer-Gesellschaft streicht rund 1.200 Vollzeitstellen
Öffentlich mitfinanzierte Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer sind zentrale Treiber für technologische Innovation und damit für gesellschaftlichen Wohlstand. Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung signalisiert, dass die Nachfrage nach angewandter Forschung aus der Industrie eingebrochen ist – ein Warnsignal für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Deutschland. Langfristig schwächt das die Fähigkeit, gesellschaftliche Herausforderungen wie die Energiewende oder Digitalisierung forschungsbasiert zu bewältigen.
Der Rückgang bei Auftragsforschung spiegelt die aktuelle Investitionszurückhaltung der deutschen Industrie wider und stellt die Finanzierungsmodelle großer Forschungsgesellschaften grundsätzlich infrage. Für den Wissenschaftsstandort Deutschland stellt sich nun die Frage, ob eine stärkere öffentliche Grundfinanzierung notwendig ist, um Forschungskapazitäten in Krisenzeiten zu sichern. Institute, die an Technologien für erneuerbare Energien oder Klimaschutz arbeiten, sind von Kürzungen besonders betroffen – genau dort, wo gesellschaftlicher Bedarf am größten ist.