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Monday, 22. June 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

Fremde Schildkröten verdrängen heimische Art in deutschen Gewässern

In deutschen Gewässern wurden mittlerweile 15 Schildkrötenarten nachgewiesen, von denen nur die Europäische Sumpfschildkröte ursprünglich heimisch ist. Die übrigen 14 Arten stammen aus ausgesetzten Haustieren und breiten sich besonders in städtischen Gewässern aus, wobei sich einige bereits erfolgreich fortpflanzen. Naturschützer sehen darin eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Artenvielfalt und plädieren für verstärkte Aufklärung sowie verbindliche Regelungen gegen das Aussetzen von Wildtieren.

Der unkontrollierte Eintrag invasiver Tierarten in natürliche Ökosysteme bedroht die biologische Vielfalt, die Grundlage stabiler Ökosysteme und damit auch wichtiger Ökosystemleistungen für die Gesellschaft ist. Das Thema zeigt, wie individuelle Entscheidungen beim Haustierhandel weitreichende ökologische Konsequenzen haben können und verdeutlicht die Notwendigkeit gesellschaftlicher Verantwortung im Umgang mit Wildtieren.

Für Mecklenburg-Vorpommern mit seiner dichten Gewässerlandschaft aus Seen, Flüssen und Küstengebieten ist das Thema invasiver Schildkrötenarten besonders relevant, da geeignete Lebensräume reichlich vorhanden sind. Die heimische Europäische Sumpfschildkröte ist in MV ohnehin selten und stark gefährdet, sodass zusätzlicher Konkurrenzdruck durch ausgesetzte Exoten die lokalen Bestände weiter schwächen könnte. Kommunen und Naturschutzverbände können durch gezielte Kartierungen und Aufklärungskampagnen aktiv gegensteuern.