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Thursday, 17. September 2026
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International

Fünf EU-Länder verhandeln über Rückführungszentrum in Uganda

Fünf EU-Staaten, darunter Deutschland, verhandeln bilateral mit Uganda über ein Rückführungszentrum für abgelehnte Asylbewerber mit einer Kapazität von bis zu 10.000 Personen. Die EU-Kommission ist an den Gesprächen nicht beteiligt, was Fragen zur rechtlichen Grundlage und demokratischen Kontrolle aufwirft. Ein Treffen der Migrationsminister in Kopenhagen am 4. September soll den Verhandlungsstand klären. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Menschenrechtsgruppen beobachten die Entwicklung kritisch, da Betroffenenrechte und humanitäre Standards gewahrt bleiben müssen.

Die Verlagerung von Rückführungsverfahren in Drittstaaten außerhalb der EU wirft grundlegende Fragen zu Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde und der Einhaltung internationaler Schutzstandards auf. Das Modell umgeht bewusst gemeinsame EU-Strukturen und könnte eine Fragmentierung der europäischen Asylpolitik beschleunigen. Für eine offene Gesellschaft ist entscheidend, ob solche Abkommen parlamentarischer Kontrolle und unabhängiger Überprüfung unterliegen.

Die bilateralen Verhandlungen ohne EU-Kommission zeigen eine wachsende Bereitschaft einzelner Mitgliedstaaten, Migrationspolitik jenseits gemeinsamer europäischer Strukturen zu gestalten. Deutschland spielt dabei eine aktive Führungsrolle, was die Debatte über Rechtskonformität und demokratische Legitimität solcher Abkommen intensiviert. Das September-Treffen in Kopenhagen könnte richtungsweisend für das zukünftige Modell europäischer Rückführungspolitik werden.