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Thursday, 17. September 2026
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International

G20-Technologietreffen: USA drängen auf KI-Regulierung mit Augenmaß

Beim G20-Technologietreffen in North Carolina haben die USA für einen behutsamen Ansatz bei der KI-Regulierung geworben: Statt neuer eigenständiger Gesetze sollen bestehende Regeln angepasst werden, wenn wirklich neuartige Situationen es erfordern. Die sogenannten Carolina-Prinzipien fanden breite Zustimmung, auch von China. Gleichzeitig mahnte die UN, dass die rasante KI-Entwicklung staatliche Steuerungsfähigkeiten zunehmend herausfordert – ein Signal, das auch für Deutschland und die EU als Hinweis dienen kann, bestehende Regulierungsrahmen wie den EU AI Act konsequent weiterzuentwickeln.

Die internationale Debatte über KI-Regulierung entscheidet mit darüber, ob demokratische Gesellschaften die Kontrolle über eine der mächtigsten Technologien unserer Zeit behalten oder sie faktisch privaten Großkonzernen überlassen. Ein weitgehend deregulierter globaler KI-Markt birgt Risiken für Datenschutz, Sicherheitsinfrastruktur und den gleichberechtigten Zugang zu Technologie. Gleichzeitig zeigt das Treffen, dass internationale Zusammenarbeit und Norm-Setting prinzipiell möglich sind – auch zwischen geopolitischen Rivalen wie den USA und China.

Für Europa und Deutschland ist die US-Position eine direkte Herausforderung: Der AI Act der EU steht im Widerspruch zum Deregulierungsansatz der Carolina-Prinzipien, und Druck auf europäische Staaten, ihre Regeln aufzuweichen, dürfte zunehmen. Deutschland und die EU stehen vor der Frage, ob sie eigene, wertebasierte KI-Governance-Standards verteidigen oder sich dem globalen Wettbewerbsdruck beugen. Die Einbindung von Technologiekonzernen als Hauptredner bei einem zwischenstaatlichen Format wirft zudem grundsätzliche Fragen über Lobbyeinfluss auf internationale Politikprozesse auf.