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Monday, 14. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Gastarbeitergeneration: Düzen Tekkal macht unsichtbare Leben sichtbar

Das Buch 'Unsere Väter' gibt der Gastarbeitergeneration endlich eine Stimme: Menschen, die Deutschland mit aufgebaut haben und deren Lebensleistung jahrzehntelang kaum gewürdigt wurde. Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal und drei Mitautorinnen erzählen die Geschichte ihrer Väter – und damit die Geschichte eines unsichtbar gemachten Teils der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Solche Erinnerungsarbeit ist wichtig, weil Anerkennung nicht selbstverständlich kommt, sondern erkämpft werden muss. Wer das weiß, versteht auch, warum viele ostdeutsche Biografien noch immer auf ihre eigene Sichtbarkeit warten.

Eine Gesellschaft, die nur bestimmte Biografien als erzählenswert behandelt, schwächt ihren eigenen Zusammenhalt. Bücher wie dieses leisten konkrete Demokratiearbeit, weil sie Lücken im kollektiven Gedächtnis schließen und denen Würde zurückgeben, die das Land mitaufgebaut haben, ohne je wirklich dazuzugehören. Das ist kein sentimentales Projekt, sondern eine notwendige Korrektur des historischen Blicks.

Erinnerungskultur ist Demokratiepolitik. Wer entscheidet, welche Lebensgeschichten erinnert werden, entscheidet auch darüber, wer in diesem Land als vollwertiges Mitglied gilt. 'Unsere Väter' stellt diese Frage direkt – und beantwortet sie mit Literatur statt mit Appellen. Das Modell, persönliche Familiengeschichten mit gesellschaftlicher Analyse zu verbinden, könnte auch für ostdeutsche Erinnerungsarbeit wegweisend sein.