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Sunday, 27. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Geburtenrate auf Tiefstand: Was die Politik jetzt tun muss

Die Geburtenrate in Deutschland hat einen historischen Tiefstand erreicht – und das überrascht niemanden, der die Lebensrealität junger Menschen kennt. Hohe Mietkosten, prekäre Beschäftigung und ein Betreuungssystem, das immer noch auf unbezahlter Frauenarbeit aufbaut, machen Familienplanung für viele zur Luxusfrage. Politische Lösungen existieren: bezahlbare Kitas, existenzsichernde Löhne und echte Wahlfreiheit bei Arbeitszeit – was fehlt, ist der politische Wille, diese umzusetzen. Besonders in Mecklenburg-Vorpommern, wo Abwanderung und strukturelle Benachteiligung schon lange Realität sind, ist das eine dringende Frage der Daseinsvorsorge.

Sinkende Geburtenraten sind kein persönliches Versagen junger Menschen, sondern ein Signal: Die Rahmenbedingungen für ein Leben mit Kindern stimmen vielerorts nicht. Besonders im ländlichen Ostdeutschland, wo Kitas schließen, Geburtsstationen fehlen und Löhne niedrig sind, ist das keine abstrakte Statistik, sondern gelebter Alltag. Eine offene Gesellschaft muss Fürsorgearbeit aufwerten und strukturell absichern – nicht als Bevölkerungspolitik, sondern als Grundlage sozialer Gerechtigkeit.

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Regionen, die den demografischen Wandel am stärksten spüren: weniger junge Familien, schwindende Infrastruktur, fehlende Perspektiven. Die politische Debatte dreht sich noch zu oft um Rentenbeitragszahler statt um die Frage, was Familien – insbesondere Mütter und Alleinerziehende – wirklich brauchen. Konkrete Schritte wie wohnortnahe Kinderbetreuung, faire Entlohnung in Pflegeberufen und echte Wahlfreiheit beim Arbeitsmodell wären ein Anfang.