Regional MV
Geschwister aus den USA suchen Spuren ihrer Mutter in Wolgast
Ein Geschwisterpaar aus den USA sucht in Wolgast nach Spuren ihrer 1926 geborenen Mutter, stößt dabei aber auf starre Datenschutzregelungen: Behörden dürfen personenbezogene Daten erst 110 Jahre nach der Geburt herausgeben. Susan Curlay und Alexander Bröker sind deshalb auf die Erinnerungen und Hinweise von Menschen aus der Region angewiesen. Lokale Geschichtsvereine, Archive und engagierte Bürgerinnen und Bürger in Wolgast könnten hier eine Brücke bauen, die Bürokratie allein nicht schlagen kann.
Familiengeschichten verbinden Menschen über Grenzen hinweg und erinnern daran, dass Wolgast und die Region Teil größerer Migrationsgeschichten des 20. Jahrhunderts sind. Das Anliegen des Geschwisterpaares zeigt außerdem, wie restriktive Datenschutzregeln persönliche Erinnerungsarbeit erschweren – ein Spannungsfeld, das gesellschaftlich durchaus diskutiert werden sollte.
Solche Geschichten zeigen, wie lebendig die Verbindungen zwischen Mecklenburg-Vorpommern und der Diaspora in aller Welt noch sind. Für die Region bietet das die Chance, Bürgerinnen und Bürger als lebendiges Gedächtnis zu aktivieren – Kirchenbücher, alte Nachbarschaften, Familienerzählungen. Was Behörden nicht hergeben dürfen, bewahrt oft die Dorfgemeinschaft.