Gesichtserkennung in Metas Brille: Öffentlicher Druck wirkt
Gesichtserkennung im öffentlichen Raum greift in das Recht auf Anonymität und Versammlungsfreiheit ein – Grundlagen, ohne die Demokratie nicht funktioniert. Wer weiß, dass er jederzeit erkannt und identifiziert werden kann, verhält sich anders: vorsichtiger, angepasster, weniger frei. Dass hier zivilgesellschaftlicher Druck tatsächlich einen Konzern zum Rückzug zwingen konnte, zeigt, dass öffentliche Kontrolle möglich ist – aber nur, wenn sie organisiert und laut genug ist.
Dieser Fall macht deutlich, dass Selbstregulierung von Tech-Konzernen nicht funktioniert. Meta hat Gesichtserkennung bereits 2021 nach einem Milliardenvergleich abgeschaltet – und trotzdem einen neuen Versuch gestartet, diesmal still und ohne Ankündigung. Was fehlt, sind europäische und deutsche Gesetze, die biometrische Überwachung im öffentlichen Raum grundsätzlich verbieten und individuelle Klagemöglichkeiten schaffen. Die EU-KI-Verordnung bietet erste Ansätze, aber ihre Durchsetzung bleibt schwach.