Gewaltschutz per Fußfessel: Bundestag beschloss – Schutz kommt erst 2027
Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit, sondern ein strukturelles Problem, das vor allem Frauen betrifft – und staatliches Handeln ist hier unmittelbar lebensrettend. Wenn ein beschlossenes Schutzgesetz über ein Jahr lang nicht in Kraft tritt, zeigt das, wie groß die Lücke zwischen politischen Beschlüssen und gelebtem Schutz für die Schwächsten sein kann. Eine funktionierende Demokratie misst sich auch daran, wie schnell sie denjenigen hilft, die am dringendsten Hilfe brauchen.
Die Fußfessel für Täter häuslicher Gewalt ist kein neues Konzept – andere EU-Länder nutzen sie seit Jahren erfolgreich. Deutschland hat lange gezögert, nun kommt die Umsetzung erneut ins Stocken. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo Frauenhäuser chronisch unterfinanziert sind und der ländliche Raum ohnehin weniger Schutzangebote bietet, ist jede weitere Verzögerung besonders spürbar. Zivilgesellschaftliche Organisationen wie Frauenhausverbände können jetzt Druck machen, damit die Vorbereitungen tatsächlich 2027 und nicht noch später abgeschlossen sind.