Greifswald: Begeno16 verkauft 49 Mietwohnungen an Umweltbank-Tochter
Wenn eine der größten Vermieterinnen eines neu geplanten Stadtviertels in finanzielle Schieflage gerät, sind es die Mieterinnen und Mieter, die Unsicherheit spüren – nicht die Investoren. Stabiler, bezahlbarer Wohnraum in Greifswald ist kein Selbstläufer, auch nicht mit grün klingendem Finanzierungspartner. Gerade in einer Universitätsstadt mit angespanntem Wohnungsmarkt braucht es verlässliche Eigentümerstrukturen, die langfristig Verantwortung übernehmen.
Der Fall Begeno16 ist ein Lehrstück für die Grenzen privat finanzierter Stadtentwicklung: Ehrgeizige Quartiersprojekte funktionieren nur, wenn die Nachfrage tatsächlich da ist – und nicht nur auf dem Papier. Für Greifswald stellt sich die Frage, ob das Hafenstraßen-Viertel seine ursprünglichen sozialen Versprechen noch einlösen kann, wenn erneut ein renditeorientierter Eigentümer das Steuer übernimmt. Kommunen in MV sollten solche Entwicklungen zum Anlass nehmen, stärker auf genossenschaftliche oder kommunale Trägermodelle zu setzen.