Direkt zum Inhalt
minutentakt.
Monday, 22. June 2026
Ticker
Regional MV

Greifswalder Busverkehr bleibt kommunal – 8 Linien ab 2027

Greifswald hält seinen Busverkehr für weitere zehn Jahre in kommunaler Hand und plant ab 2027 den Ausbau auf acht Linien. Die Entscheidung gibt Fahrgästen und Beschäftigten Planungssicherheit, weil kein privater Anbieter das Sagen bekommt. Wichtig wird sein, ob der Ausbau auch die Stadtränder und Ortsteile erreicht oder am Ende vor allem die gut erschlossenen Innenstadtbereiche profitieren. Die nächsten Jahre zeigen, ob aus den seit Langem existierenden Plänen wirklich gelebter Alltag wird.

Kommunaler ÖPNV ist Daseinsvorsorge – er entscheidet darüber, ob Menschen ohne Auto am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Die Vergabe an den eigenen Betrieb statt an private Anbieter sichert demokratische Kontrolle über Strecken, Preise und Arbeitsbedingungen. Für eine offene Gesellschaft ist es ein wichtiges Signal, wenn Kommunen diese Verantwortung nicht abgeben.

Greifswald macht einen soliden Schritt in Richtung stabiler Nahversorgung – aber der eigentliche Test kommt 2027, wenn das neue Liniennetz stehen soll. Kommunaler Betrieb allein löst noch keine Taktlücken und keine schlechte Anbindung von Außenbezirken. Die entscheidende Frage ist, ob die acht geplanten Linien auch die Stadtteile erreichen, in denen Menschen ohne Auto auf den Bus angewiesen sind – und nicht nur die Routen, die sich wirtschaftlich rechnen.