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Tuesday, 15. September 2026
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Greifswalder Sozialarbeiter warnt: Neue Grundsicherung gefährdet Mietzahlungen

Rund 15.000 Menschen im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind von der Neuregelung der Grundsicherung betroffen. Sozialarbeiter vor Ort warnen konkret: Wenn die Wohnkostenregelungen nicht zum tatsächlichen Mietniveau in der Region passen, greifen Menschen zwangsläufig ins Ernährungsbudget – das ist keine Theorie, sondern gelebte Praxis. Kommunale Sozialberatungsstellen, Caritas, Diakonie und Mietervereine sollten jetzt gemeinsam Einzelfälle dokumentieren und gegenüber Landkreis und Landesebene sichtbar machen, wo die Regelung im Alltag nicht aufgeht. Was auf Bundesebene beschlossen wird, muss in Vorpommern funktionieren – und zwar nicht nur auf dem Papier.

Wer seine Miete vom Essengeld zahlen muss, ist arm – unabhängig davon, was Gesetzestexte versprechen. Wenn Sozialarbeiter vor Ort Alarm schlagen, ist das kein Alarmismus, sondern Erfahrungswissen aus dem täglichen Kontakt mit Menschen in Not. Eine Gesellschaft, die Grundsicherung neu regelt, ohne die Mietentwicklung im ländlichen Raum mitzudenken, riskiert, bestehende Armut zu verfestigen statt sie zu lindern.

Vorpommern-Greifswald ist strukturschwach, Mieten steigen auch hier, und Sozialberatungsstellen sind oft schon jetzt überlastet. Die entscheidende Frage ist nicht, ob die Neuregelung auf dem Papier stimmt, sondern ob Menschen in Dörfern und Kleinstädten damit tatsächlich über die Runden kommen. Die Kommunen müssen jetzt genau hinschauen, was die Änderungen im Alltag bewirken – und Sozialarbeitende brauchen politisches Gehör, bevor die nächste Beratungsstelle am Limit ist.