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Monday, 22. June 2026
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Greifswalds Feuerwehrchef über Nachwuchs und Einsatzalltag

Die Greifswalder Berufsfeuerwehr verzeichnet positive Entwicklungen in der Jugendarbeit, doch Feuerwehrchef Matthias Herenz betont, dass die Nachwuchsgewinnung eine Daueraufgabe bleibt. Besonders kritisch ist die Lage für die Freiwilligen Feuerwehren im ländlichen Raum Vorpommerns, die das Rückgrat der Gefahrenabwehr in der Fläche bilden. Während eine Berufsfeuerwehr in der Stadt auf gesicherte Strukturen bauen kann, hängt die Sicherheit auf dem Dorf davon ab, ob sich genug Menschen ehrenamtlich engagieren. Jugendarbeit, die heute in Greifswald gelingt, muss auch in den kleinen Gemeinden ankommen, sonst bleibt der Erfolg auf die Kreisstadt beschränkt.

Funktionierende Feuerwehren sind keine Selbstverständlichkeit – sie sind das Rückgrat der öffentlichen Sicherheit, besonders in dünn besiedelten Regionen. Nachwuchsarbeit bei der Feuerwehr ist damit auch Demokratie- und Gemeinwohlarbeit: Sie hält ehrenamtliche Strukturen am Leben, die den Staat dort ersetzen, wo Berufsfeuerwehren nicht erreichbar sind.

Greifswald hat eine Berufsfeuerwehr – das ist der Sonderfall. Die Frage ist, was das Modell für die Dutzenden Freiwilligen Feuerwehren in den Dörfern Vorpommerns bedeutet. Nachwuchsarbeit in der Kreisstadt klingt gut, aber wie hält das in Dörfern ohne Vereinshaus, ohne Jugendtreff, ohne Bus nach 18 Uhr? Das ist die eigentliche Herausforderung, über die ein Porträt des Stadtfeuerwehrchefs kaum Auskunft geben kann.