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Saturday, 26. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Griechische Schüler geben Nazi-Opfern ihre Namen zurück

Griechische Schülerinnen und Studenten haben die Identitäten von zehn NS-Opfern rekonstruiert und deren Nachkommen gefunden – indem sie Archive durchforsteten, Familiengeschichten sammelten und Zeitzeug:innen befragten. Das Projekt zeigt eindrücklich, dass Erinnerungskultur nicht von oben verordnet werden muss, sondern dort entsteht, wo Menschen bereit sind, genau hinzuschauen. Historische Aufarbeitung wird hier zur demokratischen Praxis: Wer nach den Vergessenen fragt, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Solche Ansätze könnten Schule machen – auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo es ebenfalls unerzählte Geschichten und unbekannte Opfer gibt.

Wenn junge Menschen lernen, die Geschichten der Opfer faschistischer Gewalt konkret zu rekonstruieren, stärkt das demokratisches Bewusstsein nachhaltiger als jeder Lehrplan. Gerade in einer Zeit, in der Rechtspopulismus wieder erstarkt, ist die Fähigkeit, Entmenschlichung zu erkennen und zu benennen, eine demokratische Kernkompetenz. Das Projekt zeigt außerdem: Erinnerungskultur ist keine Angelegenheit von Eliten – sie entsteht durch Engagement von unten.

Initiativen wie diese könnten Modell sein für Schulen und Jugendzentren in ganz Europa – auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Aufarbeitung von NS-Geschichte und DDR-Unrecht oft parallel läuft und zu wenig Raum findet. Partizipative Erinnerungsprojekte schaffen Identifikation mit demokratischen Werten, weil sie keine abstrakten Opferzahlen vermitteln, sondern Gesichter und Schicksale. Der konstruktive Ansatz – Rückgabe statt nur Gedenken – macht das Projekt besonders übertragbar.