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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Großbritannien: 28 Anti-Migranten-Vigilantegruppen in 18 Monaten

In Großbritannien haben sich innerhalb von 18 Monaten mindestens 28 organisierte Gruppen gebildet, die unter dem Deckmantel von 'Bürgerschutz' gezielt Migranten einschüchtern und öffentliche Räume kontrollieren wollen. Diese Entwicklung, die nach den Unruhen von 2025 stark zunahm, zeigt, wie rechtsextreme Netzwerke demokratische Schutzlücken systematisch ausnutzen. Zivilgesellschaft und staatliche Institutionen stehen vor der dringenden Aufgabe, klare rechtliche Grenzen durchzusetzen und demokratische Gegenstrukturen zu stärken. Die britischen Erfahrungen sind auch für Deutschland eine Warnung: Wo Ängste politisch instrumentalisiert werden, entstehen schnell Parallelstrukturen, die den Rechtsstaat untergraben.

Vigilantegruppen untergraben gezielt das staatliche Gewaltmonopol und legitimieren Rassismus als vermeintlichen Bürgerschutz – das ist kein lokales britisches Problem, sondern ein Muster, das sich in ganz Europa wiederholt. Wer Migranten zur Zielscheibe macht, greift das demokratische Grundprinzip der Gleichwürdigkeit aller Menschen an. Für eine offene Gesellschaft ist es entscheidend zu verstehen, wie diese Gruppen entstehen, sich vernetzen und welche politischen Strukturen ihr Wachstum begünstigen.

Der Bericht des Guardian zeigt, dass rechtsextreme Mobilisierung im öffentlichen Raum organisierter und schneller wächst als staatliche Gegenmaßnahmen. Das Muster – Tarnung als Bürgerschutz, Eskalation zur Einschüchterung – ist aus deutschen Kontexten bekannt, etwa aus Rostock-Lichtenhagen 1992 oder aus dem NSU-Umfeld. Die Frage, welche zivilgesellschaftlichen Gegenstrukturen wirksam sind, ist für Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern ebenso relevant wie für britische Städte. Antirassistische Netzwerke und Kommunalverwaltungen brauchen Frühwarnsysteme und klare Handlungskonzepte.