Großbritannien: Klimaaktivisten landen häufiger im Gefängnis
Ziviler Ungehorsam ist historisch eines der wirkungsvollsten Werkzeuge demokratischer Gesellschaften – von der Suffragettenbewegung bis zur DDR-Bürgerrechtsbewegung. Wenn Staaten dieses Mittel systematisch kriminalisieren, verengen sie den Raum für legitimen Widerspruch und schützen vor allem die Interessen der Mächtigen. Eine Gesellschaft, die Klimaaktivistinnen einsperrt, während Konzerne für Emissionen nicht haften, sendet ein klares Signal darüber, wessen Interessen sie schützt.
Für Demokratien in ganz Europa ist Großbritannien hier ein Frühwarnsignal: Was heute mit Klimaprotesten beginnt, kann morgen andere Formen des Protests treffen. Auch in Deutschland werden Debatten über schärfere Sanktionen gegen Aktivistinnen lauter geführt. Die Frage, welche Art von Protest legal sein darf, ist keine juristische Detailfrage – sie definiert, wie offen eine Gesellschaft wirklich ist.