Grüner Wasserstoff: Marokkos riskante Wette auf Kosten des Wassers
Energieprojekte, die auf Kosten lokaler Bevölkerungen und natürlicher Ressourcen in einkommensschwachen Ländern realisiert werden, untergraben das Versprechen einer gerechten globalen Energiewende. Europa trägt als potenzielle Abnehmerregion Mitverantwortung dafür, dass Importstrategien für grünen Wasserstoff klare soziale und ökologische Mindeststandards in den Erzeugerländern einfordern. Nur ein Wasserstoffmarkt, der diese Verantwortung ernst nimmt, genießt langfristig gesellschaftliche Legitimität.
Für Mecklenburg-Vorpommern, das selbst auf grünen Wasserstoff als Baustein der regionalen Energiewende setzt, ist diese Debatte ein wichtiger Maßstab: Regionale Eigenproduktion durch Offshore-Wind und lokale Elektrolyse vermeidet diese Gerechtigkeitskonflikte und stärkt die Wertschöpfung vor Ort. Bürgerenergiegenossenschaften und Kommunen in MV können sich positiv abgrenzen, indem sie auf kurze Lieferketten und transparente Ressourcenbilanzen setzen. Die Marokko-Diskussion sollte Brüssel und Berlin dazu bringen, Importkriterien für grünen Wasserstoff ambitionierter zu gestalten.