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Thursday, 6. August 2026
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Güstrower Tafel: Fast 30 Jahre Einsatz gegen wachsende Armut

Die Güstrower Tafel versorgt seit fast 30 Jahren bis zu 1000 Menschen in der Region mit Lebensmitteln und zeigt, wie ehrenamtliches Engagement soziale Versorgungslücken schließen kann. Mehr als acht Stunden täglich arbeiten die Freiwilligen ohne Vergütung, um Menschen in Armut zu unterstützen. Der gleichbleibend hohe Bedarf verdeutlicht, dass strukturelle Lösungen gegen Armut weiterhin notwendig sind, während das Engagement der Tafel als regionales Vorbild für bürgerschaftliche Solidarität gilt. Die Nominierung als OZ-Vereinshelden macht diesen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar.

Tafeln übernehmen dauerhaft Aufgaben, die eigentlich staatliche Sozialsysteme leisten sollten – ihre Existenz zeigt, wo die Grundsicherung an ihre Grenzen stößt. Ehrenamtliches Engagement wie dieses ist unverzichtbar für den sozialen Zusammenhalt in ländlichen Regionen, darf aber nicht als Ersatz für strukturelle Armutspolitik missverstanden werden. Die Arbeit der Güstrower Tafel verdient öffentliche Anerkennung und verlässliche Unterstützung – nicht nur Applaus.

In Mecklenburg-Vorpommern ist Armut kein Randphänomen: Die Region gehört bundesweit zu jenen mit den niedrigsten Einkommen und der höchsten Abhängigkeit von Transferleistungen. Die Güstrower Tafel zeigt, wie zivilgesellschaftliche Strukturen diese Realität jahrzehntelang auffangen – ohne dass das politisch ausreichend gewürdigt oder finanziell abgesichert wird. Andere Landkreise in MV sollten prüfen, wie solche Strukturen gestärkt und vor Überbelastung der Ehrenamtlichen geschützt werden können.