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Saturday, 26. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Heimat zwischen Aneignung und Widerstand: Zwei Autorinnen im Gespräch

Zwei Schriftstellerinnen diskutieren, was Heimat jenseits politischer Vereinnahmung bedeutet – und machen sichtbar, dass ostdeutsche Stadtgeschichten und Kulturszenen systematisch übersehen werden. Im Vorfeld der Sachsen-Anhalt-Wahl benennen sie konkret die Gefahr, die ein Erstarken der AfD für freie Kulturarbeit bedeuten würde. Der Heimatbegriff wird dabei weder der Rechten überlassen noch romantisiert, sondern als umkämpfter Raum beschrieben, in dem Erinnerung und Widerstand zusammengehören. Das ist eine wichtige Debatte – auch für Mecklenburg-Vorpommern, wo dieselben Fragen nach kultureller Sichtbarkeit und demokratischer Teilhabe drücken.

Wenn der Heimatbegriff politisch besetzt wird, verlieren Menschen ohne Lobby die Deutungshoheit über ihre eigene Geschichte. Autorinnen wie Hahn und Gröschner leisten Gegenwehr: Sie zeigen, dass ostdeutsche Stadtgeschichten vielschichtig, widersprüchlich und erzählenswert sind – ohne dass eine Partei darüber entscheiden sollte, welche Geschichten zählen. Das ist ein Beitrag zur kulturellen Demokratie.

Was in Sachsen-Anhalt zur Wahl steht, ist auch in Mecklenburg-Vorpommern längst Realität: eine politische Rechte, die Kultur instrumentalisiert und freie Strukturen unter Druck setzt. Initiativen und Kultureinrichtungen in MV können von solchen Stimmen lernen – nämlich dass es sich lohnt, den Heimatbegriff nicht kampflos zu überlassen. Für Kommunen und Kulturschaffende im Land ist das ein Signal, jetzt Räume zu sichern und Gegenerzählungen zu stärken.