Heimat zwischen Aneignung und Widerstand: Zwei Autorinnen im Gespräch
Wenn der Heimatbegriff politisch besetzt wird, verlieren Menschen ohne Lobby die Deutungshoheit über ihre eigene Geschichte. Autorinnen wie Hahn und Gröschner leisten Gegenwehr: Sie zeigen, dass ostdeutsche Stadtgeschichten vielschichtig, widersprüchlich und erzählenswert sind – ohne dass eine Partei darüber entscheiden sollte, welche Geschichten zählen. Das ist ein Beitrag zur kulturellen Demokratie.
Was in Sachsen-Anhalt zur Wahl steht, ist auch in Mecklenburg-Vorpommern längst Realität: eine politische Rechte, die Kultur instrumentalisiert und freie Strukturen unter Druck setzt. Initiativen und Kultureinrichtungen in MV können von solchen Stimmen lernen – nämlich dass es sich lohnt, den Heimatbegriff nicht kampflos zu überlassen. Für Kommunen und Kulturschaffende im Land ist das ein Signal, jetzt Räume zu sichern und Gegenerzählungen zu stärken.