Hitlers Geburtshaus wird Polizeiwache: Ein Signal gegen Verehrung
Orte, die Neonazis als Wallfahrtsstätten nutzen, sind kein abstraktes Problem – sie produzieren reale Gefahr für demokratische Gesellschaften. Die Entscheidung, Hitlers Geburtshaus nicht zu musealisieren, sondern umzunutzen, ist eine Form aktiver Erinnerungspolitik: Sie entzieht Rechtsextremen einen symbolischen Ankerpunkt. Das ist ein übertragbares Modell für den Umgang mit belasteten Orten überall in Europa.
In Ostdeutschland gibt es ebenfalls Orte mit NS-Bezug oder neonazistischer Symbolkraft, deren Nutzung bis heute umstritten ist – Jamel in Mecklenburg-Vorpommern ist nur das bekannteste Beispiel. Das österreichische Modell zeigt, dass staatliches Handeln möglich und wirksam ist, wenn politischer Wille vorhanden ist. Kommunen und Zivilgesellschaft in MV könnten diesen Ansatz als Referenz nutzen, wenn es um die Entwidmung rechtsextremer Symbolorte geht.