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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Hohe Wahlbeteiligung hilft AfD: Sachsen-Anhalt am Limit

In Sachsen-Anhalt hat die AfD bei der Bundestagswahl ihr bisher stärkstes Ergebnis erzielt – ausgerechnet weil die Wahlbeteiligung mit 78 Prozent so hoch wie selten war. Viele Menschen, die lange nicht zur Wahl gegangen sind, haben diesmal ihr Kreuz gemacht – und zwar für die AfD. Das Ergebnis zeigt: Wer bisher dachte, Nichtwählen schütze vor unerwünschten Ergebnissen, liegt falsch. Für die demokratischen Parteien in Sachsen-Anhalt wird die Regierungsbildung zur echten Geduldsprobe.

Wenn Menschen, die lange nicht wählen gegangen sind, plötzlich für eine Partei mobilisiert werden, die demokratische Institutionen fundamental in Frage stellt, ist das ein Warnsignal für die gesamte Gesellschaft. Es zeigt, dass Vertrauen in etablierte Parteien verloren gegangen ist – und dass dieser Vertrauensverlust politisch instrumentalisiert wird. Für eine offene Gesellschaft bedeutet das: Die Ursachen dieser Entfremdung, etwa wirtschaftliche Unsicherheit, fehlende Teilhabe und das Gefühl, nicht gehört zu werden, müssen dringend politisch adressiert werden.

Was in Sachsen-Anhalt passiert, ist kein Einzelfall – ähnliche Dynamiken sind in Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren zu beobachten. Die Frage ist nicht, warum die AfD gewinnt, sondern welche Angebote demokratische Parteien und die Zivilgesellschaft für Menschen machen, die sich abgehängt fühlen. Schwer regierbare Länder sind kein abstraktes Problem: Sie bedeuten weniger Handlungsfähigkeit bei sozialen, wirtschaftlichen und klimapolitischen Aufgaben, die genau die Menschen treffen, die schon jetzt am meisten verlieren.