Hunderte in MV auf der Straße gegen AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt
Öffentlicher Protest gegen eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei ist eine Kernfunktion demokratischer Gesellschaften – er macht sichtbar, dass eine Mehrheit der Bevölkerung demokratische Grundwerte verteidigt. Für Mecklenburg-Vorpommern, das selbst kurz vor einer Landtagswahl steht, hat die Mobilisierung direkten politischen Mehrwert: Sie stärkt das Bewusstsein, dass Wahlergebnisse keine Naturgewalt sind, sondern durch gesellschaftliche Teilhabe beeinflusst werden können. Besonders wichtig ist dabei, dass auch in Ostdeutschland Menschen öffentlich Position beziehen und sich nicht mit dem Bild abfinden, der Osten sei verloren.
Mecklenburg-Vorpommern hat eine eigene, lebendige Tradition des zivilgesellschaftlichen Protests – von der Wende bis zu den Demonstrationen gegen den NSU-Komplex und rechte Netzwerke. Dass das Bündnis 'Zusammen bewegen' jetzt so schnell und mobilisierungsstark reagiert, zeigt: Die demokratische Infrastruktur im Land hält. Die Frage ist nun, wie diese Energie langfristig in Strukturen übersetzt werden kann, die über den Moment des Protests hinaus wirken. Vor der nächsten Landtagswahl in MV ist das keine abstrakte Frage.