IHK-Präsident Hennige bleibt nach ARD-Doku vorerst im Amt
Wirtschaftskammern wie die IHK vertreten tausende Unternehmen und haben erheblichen politischen Einfluss in der Region – ihre interne Kultur der Transparenz und Rechenschaft ist daher keine interne Angelegenheit, sondern eine Frage der demokratischen Kontrolle. Wenn Führungspersonen trotz öffentlicher Vorwürfe im Amt bleiben, solange externe Prüfungen laufen, ist das ein Signal, das zeigt, wie schwer Selbstreinigungskräfte in Interessenverbänden wirklich greifen. Für die Glaubwürdigkeit der Kammer gegenüber ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit ist Transparenz im laufenden Verfahren jetzt entscheidend.
Für Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Fall mehr als eine Personalie: Er testet, ob wirtschaftliche Selbstverwaltungsorgane auf der Insel Usedom und in der Region tatsächlich rechenschaftspflichtig sind. Eine externe Prüfung ist ein richtiger Schritt, aber die entscheidende Frage lautet, ob deren Ergebnisse öffentlich zugänglich gemacht werden oder intern versickern. Betriebe und Gewerbetreibende von Usedom bis Neubrandenburg, die Pflichtmitglieder der IHK sind, haben ein Recht auf klare Antworten – nicht nur auf eine verwaltete Kommunikationsstrategie.