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Thursday, 6. August 2026
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Regional MV

IHK-Streit in MV: Schüler brauchen echte Zukunftsperspektiven

Die drei Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern liegen im offenen Streit, während junge Menschen im Land weiterhin zu wenige überzeugende Ausbildungs- und Zukunftsperspektiven vorfinden. Der Fachkräftemangel trifft gerade den ländlichen Raum besonders hart, und solange die Kammern ihre Energie in interne Machtkämpfe stecken, bleibt weniger Kraft für das, was wirklich zählt: konkrete Angebote für Schulabgänger vor Ort. Eine konstruktive Lösung des Konflikts wäre ein erster Schritt, dem jedoch sichtbare Maßnahmen auf der Fläche folgen müssen, nicht nur neue Pressemitteilungen aus den Kammerzentralen.

Wenn Wirtschaftsorganisationen intern zerstritten sind, fehlt die Kraft, junge Menschen wirklich zu erreichen und zu halten. In einer Region, die seit Jahrzehnten mit Abwanderung kämpft, ist das kein Verwaltungsproblem, sondern eine gesellschaftliche Frage: Wer spricht glaubwürdig für die wirtschaftliche Zukunft der jungen Generation in MV? Ein handlungsfähiger, geeinter Interessenverband der Wirtschaft könnte mehr Ausbildungsplätze sichtbar machen und Schülerinnen und Schülern konkrete Wege in der Region zeigen.

Für den ländlichen Raum in Mecklenburg-Vorpommern ist der Ausbildungsmarkt keine abstrakte Größe: Wenn Jugendliche in Parchim, Ludwigslust oder Demmin keine Perspektive sehen, verlassen sie die Region. Der IHK-Streit bindet Ressourcen, die dringend in Berufsorientierung und die Stärkung regionaler Ausbildungsbetriebe fließen müssten. Konkret wäre jetzt zu fragen, welche Strukturlösung den kleinen Betrieben im ländlichen MV am meisten nützt – nicht welche Kammer das größere Büro behält.