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Monday, 22. June 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Jugendforum Nachhaltigkeit: Wenn der Träger zum Hindernis wird

In Potsdam droht das Jugendforum Nachhaltigkeit zu scheitern – nicht am fehlenden Engagement junger Menschen, sondern am Konflikt mit seinem eigenen Träger. Ehrenamtliche werfen dem Kompetenzzentrum für Kinder- und Jugendbeteiligung vor, ihre Arbeit aktiv behindert zu haben. Der Fall zeigt ein strukturelles Problem: Wenn Institutionen Beteiligung verwalten statt ermöglichen, werden sie selbst zum Hindernis. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das eine Warnung – Jugendstrukturen brauchen echte Autonomie, keine Kontrolle von oben.

Jugendpartizipation ist kein Selbstzweck – sie ist eine Schule der Demokratie. Wenn Trägerstrukturen das echte Engagement junger Menschen ausbremsen, beschädigt das nicht nur ein lokales Projekt, sondern das Vertrauen einer ganzen Generation in institutionelle Beteiligung. Gerade für Menschen, die ohnehin wenig Lobby haben, ist es besonders bitter, wenn die einzige Anlaufstelle zur Hürde wird.

Dieser Fall aus Potsdam ist ein Lehrstück über Machtasymmetrien in der Zivilgesellschaft: Institutionen, die Beteiligung fördern sollen, können sie gleichzeitig kontrollieren und damit entleeren. Für MV relevant – auch hier gibt es Jugendbeteiligungsstrukturen, die regelmäßig daraufhin geprüft werden sollten, ob sie jungen Menschen wirklich Handlungsmacht geben oder nur den Schein davon verwalten. Transparenz über Entscheidungsprozesse und echte Mitbestimmung statt Mitsprache-Kulisse wären der konkrete nächste Schritt.