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Tuesday, 15. September 2026
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International

Kalifornien schützt Kinder vor Suchtmechanismen in sozialen Medien

Kalifornien hat ein wegweisendes Gesetzespaket zum Schutz von Minderjährigen in sozialen Medien verabschiedet, das Suchtmechanismen wie Endlosscrolling und algorithmisches Autoplay für Kinder unter 16 Jahren verbietet. Darüber hinaus werden KI-Chatbots in Spielzeug untersagt und Strafen für KI-generiertes Missbrauchsmaterial verschärft. Das Paket gilt als das umfassendste seiner Art in den USA und könnte als Vorbild für ähnliche Regulierungen in Deutschland und der EU dienen. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo viele Familien und Schulen digitale Angebote zunehmend nutzen, wäre eine vergleichbare Schutzgesetzgebung auf Bundesebene ein wichtiger Schritt.

Die Regulierung psychologisch ausbeuterischer Technologien schützt die psychische Gesundheit von Kindern und stärkt das Recht auf eine selbstbestimmte digitale Entwicklung. Gesellschaftlich zeigt das Gesetz, dass demokratische Gemeinwesen der Marktmacht großer Technologiekonzerne wirksame Schranken setzen können, wenn politischer Wille und zivilgesellschaftlicher Druck zusammenkommen. Das ist ein ermutigendes Signal für laufende Debatten auf EU-Ebene und in Deutschland.

Kalifornien setzt einen internationalen Standard, der als Referenzpunkt für die europäische und deutsche Regulierungsdebatte dienen kann. Der Digital Services Act der EU enthält bereits Pflichten zum Schutz Minderjähriger, doch konkrete Verbote von Suchtmechanismen fehlen bislang. Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern könnten von diesem Modell lernen, etwa bei der Ausgestaltung von Medienkompetenzprogrammen in Schulen und bei der Forderung nach stärkerer nationaler Umsetzung europäischer Schutzregeln.