Direkt zum Inhalt
minutentakt.
Monday, 28. September 2026
Ticker
International

Kambodscha: 16 Organisationen fordern Freilassung inhaftierter Journalisten

Sechzehn internationale Pressefreiheitsorganisationen fordern den kambodschanischen Premierminister Hun Manet auf, beim König eine Begnadigung für die Journalisten Phon Sopheap und Pheap Phara zu erwirken. Die beiden wurden im Dezember 2025 zu je 14 Jahren Haft verurteilt, nachdem sie ein Foto veröffentlicht hatten, das versehentlich Landminen im Hintergrund eines buddhistischen Tempels zeigte. Die koordinierte Aktion der Zivilgesellschaft zeigt, wie internationale Solidarität Druck auf Regierungen ausüben kann, die Pressefreiheit einschränken. Für Europa und Deutschland ist dieser Fall ein Mahnmal dafür, wie wichtig der Schutz unabhängiger Berichterstattung als demokratische Grundlage weltweit bleibt.

Wenn Journalisten für ein Foto ins Gefängnis kommen, ist das kein kambodschanisches Randproblem – das ist ein globales Signal an alle, die unbequeme Wahrheiten dokumentieren. Nationales Sicherheitsrecht wird hier als Werkzeug eingesetzt, um Berichterstattung zu kriminalisieren. Überall dort, wo Pressefreiheit unter Druck gerät, leidet die gesamte Öffentlichkeit: Ohne unabhängige Journalisten können Bürgerinnen und Bürger keine fundierten Entscheidungen treffen.

Dieser Fall steht exemplarisch dafür, wie Staaten unter dem Deckmantel nationaler Sicherheit kritischen Journalismus mundtot machen. Der koordinierte Appell von 16 Organisationen zeigt, dass internationale Zivilgesellschaft handlungsfähig ist – und dass Druck auf Regierungen Wirkung haben kann. Für Europa und Deutschland ist das ein Maßstab: Wie konsequent werden solche Fälle in der Außenpolitik thematisiert, und wie schützen wir Pressefreiheit als Teil demokratischer Werte – nicht nur im Inland?