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Monday, 22. June 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Kemfert fordert „Solarjahr" für junge Menschen in der Energiewende

Das von Claudia Kemfert vorgeschlagene freiwillige 'Solarjahr' könnte für Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Baustein werden: Junge Menschen würden praktische Erfahrungen in erneuerbaren Energieprojekten sammeln und gleichzeitig dringend benötigte Fachkräfte für kommunale Vorhaben bereitstellen. Gerade in strukturschwachen Regionen wie MV, wo Bürgerenergiegenossenschaften oft an Kapazitätsgrenzen stoßen, könnte dieses Modell frische Impulse und qualifizierte Unterstützung liefern. Die Kombination aus Orientierung, Qualifikation und regionalem Mehrwert macht das Konzept besonders interessant für Kommunen, die ihre Energiewende-Projekte beschleunigen wollen.

Ein Solarjahr stärkt gleich zwei gesellschaftliche Ziele: Es beschleunigt die Energiewende und gibt jungen Menschen praktische Handlungsmacht in einer zentralen Zukunftsfrage. Wer früh an realen Projekten mitarbeitet, entwickelt nicht nur technisches Wissen, sondern auch ein tieferes Verständnis für kollektive Verantwortung – das ist ein Gewinn für die offene Gesellschaft. Zudem kann das Modell Brücken bauen zwischen städtischen und ländlichen Räumen, wenn junge Menschen gezielt in unterversorgten Regionen eingesetzt werden.

Für Mecklenburg-Vorpommern wäre ein Solarjahr-Programm besonders attraktiv: Das Land hat viel Fläche, viele laufende Wind- und Solarprojekte und gleichzeitig einen Fachkräftemangel im Handwerk und der Energietechnik. Bürgerenergiegenossenschaften und kommunale Versorger könnten als Träger fungieren und junge Menschen direkt in Installationen, Wartung und Planung einbinden. Damit würde das Solarjahr nicht nur Klimaschutz voranbringen, sondern auch regionale Wertschöpfung und Qualifizierung in einem Aufwasch liefern. Die Frage der sozialen Absicherung – also wer die Teilnahme auch finanziell stemmen kann – muss dabei von Anfang an mitgedacht werden.