Kennzeichenscanner-Firma gibt Fehler zu – doch reicht das?
Massenüberwachung im öffentlichen Raum trifft Menschen ohne Lobby besonders hart: Migrantinnen, Aktivistinnen, Menschen in Armut, die auf das Auto angewiesen sind. Wenn private Firmen entscheiden, wie lange Bewegungsprofile gespeichert werden, ist das ein demokratisches Versagen – Datenschutz muss gesetzlich geregelt sein, nicht durch Unternehmens-PR. Die US-Debatte ist ein Warnsignal für Europa: Auch hier drängen ähnliche Technologien in den öffentlichen Raum.
Die Reformen von Flock Safety zeigen ein Muster, das bekannt ist: Unternehmen reagieren erst, wenn der öffentliche Druck zu groß wird – und dann so wenig wie möglich. Für Europa und Deutschland bedeutet das: Bürgerrechtsorganisationen und Parlamente müssen klare gesetzliche Grenzen für automatische Kennzeichenerfassung setzen, bevor derartige Systeme flächendeckend eingeführt werden. Kommunen, die über den Einsatz solcher Systeme nachdenken, sollten diese Debatte genau verfolgen.