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Tuesday, 15. September 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

KI-Antragsflut: Wenn Algorithmen Gerichte überlasten

Künstliche Intelligenz erleichtert es Bürgerinnen und Bürgern zunehmend, Anträge bei Behörden und Gerichten einzureichen, was deren Kapazitäten spürbar belastet. Diese Entwicklung birgt einerseits Chancen für mehr gesellschaftliche Teilhabe, andererseits das Risiko struktureller Benachteiligung für Menschen ohne digitale Kompetenz oder stabilen Internetzugang. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinen ländlich geprägten Regionen und teils lückenhafter Infrastruktur stellt sich damit besonders dringend die Frage, wie digitale Zugangsgerechtigkeit gesichert werden kann. Behörden und Gerichte im Land sollten frühzeitig Strategien entwickeln, um sowohl steigenden Antragsvolumina als auch dem Schutz digital benachteiligter Bevölkerungsgruppen gerecht zu werden.

Der einfachere Zugang zu rechtlichen Mitteln durch KI kann demokratische Teilhabe stärken – besonders für Menschen, die sich bisher keinen Anwalt leisten konnten. Gleichzeitig droht eine neue Form der Ungleichheit: Wer KI-Modelle bedienen und Anträge strategisch formulieren kann, hat künftig einen klaren Vorteil gegenüber denen, die das nicht können. Für eine offene Gesellschaft ist entscheidend, dass staatliche Institutionen handlungsfähig bleiben und schwächere Gruppen nicht systematisch ausgefiltert werden.

Die Digitalisierung des Rechtszugangs ist eine Machtfrage – und diese Debatte steckt noch in den Anfängen. Behörden in strukturschwachen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern, die ohnehin mit Personalmangel kämpfen, werden von einer KI-generierten Antragsflut besonders hart getroffen. Lösungsansätze könnten in gezielten digitalen Kompetenzprogrammen, KI-Regularien für juristische Anwendungen und einem Ausbau der öffentlichen Rechtsberatung liegen.