KI-Fakes zum Holocaust: Wenn Algorithmen Geschichte umschreiben
Wer die Geschichte der Opfer verfälscht, nimmt ihnen ein zweites Mal ihre Stimme – das ist kein abstraktes Problem, sondern ein direkter Angriff auf die Grundlage demokratischer Erinnerungskultur. Wenn KI-Fakes glaubwürdig genug sind, um in der Öffentlichkeit zu kursieren, gefährden sie nicht nur historisches Wissen, sondern auch den gesellschaftlichen Konsens darüber, was tatsächlich geschehen ist. Gerade in einer Zeit, in der Rechtsextremismus wieder salonfähig wird, ist der Schutz historischer Wahrheit ein demokratisches Gebot.
Für Gedenkstätten und Bildungsprojekte in MV – von Ravensbrück bis zu Schulprojekten in Rostock und Schwerin – bedeutet diese Entwicklung konkreten Handlungsbedarf: Medienkompetenz im Umgang mit KI-Inhalten muss Teil der Erinnerungsarbeit werden. Plattformen tragen Verantwortung, solche Inhalte zu erkennen und zu entfernen, bevor sie sich festsetzen. Zivilgesellschaftliche Organisationen, die Demokratiebildung betreiben, brauchen dringend Ressourcen und Werkzeuge, um dieser neuen Form des Geschichtsrevisionismus zu begegnen.