KI flutet Gerichte: Justiz warnt vor Blockade durch Schriftsatz-Flut
Ein überlastetes Sozialgericht trifft zuerst diejenigen, die am dringendsten auf schnelle Entscheidungen angewiesen sind: Menschen ohne Einkommen, mit Behinderungen, im Streit um Sozialleistungen. Wer Geld für eine gute Kanzlei hat, übersteht Warteschlangen leichter als jemand, der auf einen Widerspruchsbescheid zum Überleben wartet. Die Frage, wer KI-Tools wie selbstverständlich einsetzen kann und wer nicht, ist auch eine Machtfrage.
Das Thema zeigt, dass technologischer Fortschritt nicht automatisch demokratischen Fortschritt bedeutet. Wenn KI dazu genutzt wird, Justizressourcen zu verstopfen, schwächt das den Rechtsstaat als Schutzraum für alle. Gesetzgeber und Gerichte brauchen jetzt schnell verbindliche Leitlinien – und die Zivilgesellschaft sollte mitdiskutieren, bevor die Regeln allein von Juristenlobbyisten geschrieben werden.