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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

KI und Urheberrecht: Wer profitiert von der Panik?

Große Rechteinhaberinnen und Rechteinhaber versuchen, die Unsicherheit rund um künstliche Intelligenz zu nutzen, um das Urheberrecht in ihrem Sinne umzuschreiben. Dabei würden weitreichende Einschränkungen für alle kreativen Akteurinnen und Akteure entstehen – besonders für kleine Künstlerinnen, Künstler und unabhängige Entwicklerinnen und Entwickler ohne teure Anwaltskanzleien. Historisch zeigt sich: Neue Technologien haben kreative Räume meist erweitert, nicht zerstört. Gerichte sind gefordert, auf Basis geltendem Rechts zu urteilen – nicht auf Basis von Lobbyinteressen.

Urheberrecht ist kein abstraktes Juristenthema – es entscheidet, wer Kultur machen darf und wer nicht. Wenn große Verlage und Plattenfirmen das Recht bekommen, KI-generierte Werke pauschal zu blockieren, weil sie theoretisch mit ihren Produkten konkurrieren könnten, dann zementiert das bestehende Machtverhältnisse: Große Konzerne behalten das Monopol auf Ausdruck, kleinere Kreative und Laien werden verdrängt. Das betrifft alle, die keine Lobby haben.

Der Streit um KI und Urheberrecht ist im Kern ein Streit um Meinungsfreiheit und kulturelle Teilhabe – klassische Demokratiethemen. Wenn Gerichte der Lobby-Logik großer Rechteinhaber folgen, bekommen Konzerne ein Veto über zukünftige kreative Ausdrucksformen. Das ist keine Randnotiz aus dem Silicon Valley, sondern eine Weichenstellung dafür, wie offen unsere Informations- und Kulturgesellschaft bleibt. Für Menschen, die schon heute wenig Zugang zu Produktionsmitteln haben, wird es dadurch noch schwerer.