Kiel: Tausende demonstrieren gegen automatisierte Polizeiüberwachung
Automatisierte Verhaltensüberwachung im öffentlichen Raum verändert das Verhältnis zwischen Staat und Bürgerinnen grundlegend – wer sich beobachtet fühlt, verhält sich anders, und das trifft marginalisierte Gruppen zuerst und härter. Der Widerstand gegen solche Gesetze ist keine abstrakte Grundrechtsdebatte, sondern eine direkte Verteidigung der Freiheit, sich im öffentlichen Raum zu bewegen ohne Rechenschaft abzulegen. Schleswig-Holstein fungiert hier als Testfall: Was dort beschlossen wird, kann Blaupause für andere Bundesländer werden.
Polizeigesetze mit KI-gestützter Überwachung sind kein technisches Randthema, sondern eine politische Grundsatzentscheidung darüber, wie viel Staat wir im Alltag ertragen wollen. Demonstrationen wie diese in Kiel sind ein wichtiges Signal, dass Zivilgesellschaft solche Entwicklungen nicht widerstandslos hinnimmt. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das relevant, weil ähnliche Vorhaben auch hier diskutiert werden könnten und weil die Erfahrungen mit staatlicher Überwachung in der DDR-Vergangenheit vieler Ostdeutscher einen besonderen Maßstab setzen.