Kinofilm "Staatsschutz" zeigt Neonazi-Gewalt und ihre Folgen
Der Film greift ein zentrales demokratisches Problem auf: Was geschieht, wenn staatliche Institutionen beim Schutz vor rechter Gewalt versagen? Indem er die Perspektive einer Betroffenen mit Migrationsgeschichte ins Zentrum rückt, macht er strukturellen Rassismus und institutionelles Wegschauen sichtbar. Solche Kulturprodukte können gesellschaftliche Debatten über Rechtsterrorismus und die Verantwortung des Staates anstoßen und verstetigen.
Politische Thriller über Rechtsextremismus leisten einen wichtigen kulturellen Beitrag zur Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit. "Staatsschutz" steht in einer Tradition von Werken, die reale Versäumnisse bei der Aufklärung rechter Anschläge – etwa im NSU-Komplex – künstlerisch verarbeiten. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo rechte Strukturen in ländlichen Räumen nach wie vor präsent sind, bietet der Film Anlass zur Reflexion über lokale Zivilgesellschaft und den Umgang mit rechter Gewalt.