Klage gegen App Flo: Wer verdient an intimen Körperdaten?
Menstruationsdaten gehören zum Intimsten, was Menschen über sich preisgeben können – besonders in Zeiten, in denen Reproduktionsrechte politisch unter Druck stehen. Wer diese Daten kontrolliert, hat Macht. Die Beschwerde gegen Flo zeigt, dass zivilgesellschaftliche Organisationen Konzerne zur Verantwortung ziehen können, auch wenn staatliche Aufsichtsbehörden zögerlich agieren. Das stärkt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung für alle, die digitale Gesundheits-Apps nutzen.
Dieser Fall ist kein Einzelfall: Gesundheits-Apps monetarisieren systematisch intime Daten, während Nutzerinnen zwischen Nützlichkeit und Datenschutz wählen müssen – ein strukturell ungleicher Handel. Die Beschwerde könnte Präzedenzwirkung entfalten und europäische Datenschutzbehörden zu klareren Standards zwingen. Für Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gilt dasselbe wie überall: Auch hierzulande nutzen Hunderttausende solche Apps, ohne zu wissen, wer mit ihren Körperdaten Geld verdient.